Gmaarods-Notizen: Nur eine halbe Ohrfeige für Bürgermeister Pfister

Jetzt steht er also doch auf der Strasse, der Förderverein Fränkisches Fischereimuseum und seine Ausstellung: mit 10:10 Stimmen wurde der fraktionsübergreifende Antrag von CSU, SPD, Aktiven Bürgern, Grünen und FFB, die Kündigung an den FFF rückgängig zu machen, wegen Stimmengleichheit doch noch abgelehnt. Da ein CSU-Gemeinderat nicht an der Gemeinderatssitzung vom 31.01. teilnehmen konnte, erreichten BI/FWG zusammen mit dem zur PDS-Nachfolgepartei “Linke” übergetretenen 2.Bürgermeister Betz diesen Gleichstand, der eine Ablehnung des Antrages bedeutet – wenn das nicht eine schöne “Bischberger Volksfront” ist…

Der “Bürgerinitiative Bischberg” und der “FWG” von Berthold Görtler ist ihr Abstimmungsverhalten nicht einmal zu verdenken – treten sie doch ausdrücklich als Wahlverein für Bürgermeister Johann Pfister an und haben schon lange keine eigenständigen Akzente mehr in der Bischberger Gemeindepolitik gesetzt.

Traurig mit anzusehen war aber, wie Betz seine ehemaligen Genossen, die namens ihres Vertreters Ernst Milotta noch eine Aufnahme der angeführten Argumente bezüglich des Brandschutzes erreicht hatten, im Regen stehen liess: wurde doch mit dem – nun abgelehnten – Antrag auch die fortlaufende Missachtung des Gemeinderates durch den 1.Bürgermeister festgestellt und das selbstherrliche Gebaren des Bürgermeisters kritisiert.

Ein halber Sieg war’s trotzdem nicht für Johann Pfister – eher eine halbe Ohrfeige.

Positiv zu erwähnen ist aber Pfisters Initiative, anlässlich des Antrages eines Spiel- und Gastronomiebetriebes, sich im dahindarbenden Trosdorfer Gewerbegebiet anzusiedeln, den aus dem Jahr 1989 stammenden Bebauungsplan zu modernisieren: Damals war der Betrieb von Spielhallen im Gewerbegebiet aus “moralischen Beweggründen” und wegen des Jugendschutzes ausgeschlossen worden. Der Bürgermeister stellte dazu richtig fest, dass im Zeitalter des Internet-Online-Poker derartige Verbote anachronistisch seien – und dass ähnliche Unternehmen in den umliegenden Gewerbegebieten ebenfalls seit langem ihre Dienste anbieten, ohne dass ein Moralverfall der Jugend festzustellen ist.

Umso erstaunlicher, dass SPD, ebenso wie Teile der CSU, FFF und Aktive Bürger, aber auch einige aus Pfisters eigener Fraktion am Ende der Debatte den Antrag mit 13 zu 7 Stimmen ablehnten: es wär ja schön, wenn wir Bischberger sagen könnten “wer hat der hat”. Aber schon im Jahre 2001 zeigte die Standortanalyse im Rahmen des “Interkommunalen Entwicklungskonzeptes für Bamberg, Hallstadt, Hirschaid und Bischberg” dass dem keineswegs so ist. Dass das Klima für Gewerbetreibende in Bischberg sich seither ganz offensichtlich noch verschlechtert hat, werden wir mit der Veröffentlichung der Ergebnisse der Gewerbeumfrage der FDP Bischberg in den nächsten Tagen hier auf Bischberg Liberal darstellen.

Über den weiteren Verlauf der Gemeinderatssitzung ist nicht viel zu berichten. Naja, vielleicht erwähnenswert noch, dass Bürgermeister Pfister dem CSU-Gemeinderat Peter Deckert vorwarf, “krumme Dinger zu drehen” (sic!) und ihn, als der sich gegen diese Frechheit verteidigen wollte, mit “ruhig jetzt!” anherrschte… doch das sind wir ja fast schon gewohnt inzwischen. Leider. Aber wir (und Sie!) haben die Chance das zu ändern am 2.März.


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