Moral gesichert, Starkolith macht dicht

Nach 37 Jahren als Familienbetrieb muss der Starkolith-Baumarkt in Trosdorf schliessen – aufgrund eines Gemeinderatsbeschlusses, wie heute im Mitteilungsblatt der Gemeinde Bischberg zu lesen war: eine fraktionsübergreifende Mehrheit hatte auf der Sitzung vom 31.01.08 mit 13:7 Stimmen die beantragte Modernisierung des aus dem Jahre 1989 stammenden Bischberger Bebauungsplanes, der den Betrieb von Spielhallen aus “moralischen Beweggründen” ausschliesst, abgelehnt – wir berichteten.

Die Pächterin, die eine entsprechende Änderung beantragt hatte, um mit einem Spiel- und Gastronomiebetrieb die für den Baumarkt überdimensionierten Räumlichkeiten wieder rentabel nutzen zu können, wies im Gespräch mit Werner Schauer und Achim Hecht von der FDP Bischberg darauf hin, dass sie insbesondere auch deshalb sehr erstaunt und enttäuscht über die Entscheidung der Gemeinderäte war, weil sogar das Landratsamt ihr gegenüber eine Modernisierung des Bebauungsplanes begrüsst hatte.

So wurde also stattdessen bis auf weiteres die Moral der Bischberger Jugend gesichert – jedenfalls sofern ihr der Weg zum Daddeln in andere Spielhallen, wie z.B. die gegenüber dem Media-Markt im florierenden Hallstädter Gewerbegebiet zu weit, und Online-Poker am PC kein Begriff ist. Der weitere Niedergang des Gewerbegebietes Trosdorf ebenfalls.

Entschuldigen Sie, wenn ich das etwas zynisch formuliere: da lässt man ein Gewerbegebiet durch Unterlassung jeglicher aktiven Gewerbeförderung soweit herunterkommen, dass der Eindruck entstehen könnte, man befände sich auf einer Industriebrache – und vergrault dann zielstrebig und in seltener Eintracht Unternehmen, die sich trotzalledem noch dort ansiedeln wollen, mit Verweis auf “moralische Beweggründe”. So geht das nicht!

Wir benötigen stattdessen endlich eine Modernisierung und Entbürokratisierung des Bischberger Bebauungsplanes, eine aktive Gewerbeförderungspolitik, sowie die öffentliche Diskussion eines Konzeptes, mit dem unsere Gemeinde im kommenden “Fränkischen Fluss- und Seenparadies” ihre Standortvorteile ausspielen kann.

Dafür stehen ich und alle anderen Kandidatinnen und Kandidaten der FDP zum Gemeinderat.

Helfen Sie mit, die Gewerbeverhinderungspolitik in Bischberg zu stoppen, unterstützen Sie unser 5-Punkte Programm für Bischberg – zeigen Sie am 2.März 2008 die gelbe Karte: Liste 8, FDP!

Ihr Werner Schauer


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5 Leserbriefe

  1. 1. Gabriele Barthel

    Leserbrief vom 28. Februar 2008 um 19:57

    Hallo Werner Schauer,

    deutliche Worte, die jeden Bischberger Bürger wachrütteln sollten. Es ist 5 vor 12! Aber es ist noch nicht zu spät!

    Danke für diesen Beitrag, der die wahre Situation im Trosdorfer Gewerbegebiet aufzeigt.

  2. 2. Klaus Friedrich

    Leserbrief vom 29. Februar 2008 um 08:29

    Ich habe meinen Lieblingsbaumarkt verloren! Immer wieder bin ich runter gefahren zum Starkolith. Ich wußte zwar, daß die Chance besteht, daß sie da nicht alles haben und ich trotzdem nochmal zum OBI muß, aber die jungen Leute waren immer zur Stelle und daß seit fast 15 Jahren! Die haben mir eigentlich alles erklärt, Service und Beratung, wie man sie bei den großen Märkten vermißt.

    Die jungen Leut stehen jetzt auf der Straße.

    Das haben einige Gemeinderäte nicht bedacht. So weit hat keiner gedacht. Man hat die Moral in Bischberg geschützt. Die Jugend einer weiteren Gefahr entzogen. Eigentlich traurig.

    Wenn ich mir zum Beispiel den Pseudo-Internet-Auftritt der BI Bischberg anschaue, der jetzt anscheinend schnell noch zusammengeklopft wurde, aus Angst man könnte 1 oder 2 Stimmen verlieren (lächerlich) und sehe, was denen wichtig ist, dann wunderts mich nicht, daß es zu solchen Entscheidungen kommt.

    Menschen die sich selbst mit “Die einzige, die wahre BI” vorstellen (Wahnsinn!!!) und dann nichts anderes wichtiger finden, ob jetzt irgendjemand irgend eine Ehrung zu Recht oder Unrecht bekommen hat. Solche Leute treffen solche Entscheidungen! Denn solche Leute denken nicht über ihren Tellerrand hinaus, weil sie vor lauter Neid und Mißgunst keine Zeit haben, sich ernsthafte Gedanken zu machen, so wie sie vom Bürger eigentlich beauftragt wurden.

  3. 3. "Das offene Ohr"

    Leserbrief vom 4. März 2008 um 13:41

    Lieber Herr Friedrich,

    zunächst herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Wahl zum Gemeinderat!
    Diese Wahl ist jedoch auch Verpflichtung! Verpflichtung dazu, sich sachlich mit Themen auseinanderzusetzen und nicht polarisierende und fehlleitende Darstellungen in die Welt zu setzen.
    Wenn Sie sich aktiv und objektiv mit der Sachlage auseinandergesetzt hätten, dann wüssten Sie, dass die (von Ihnen angeprangerte) Abstimmung “für die Moral” von einer 13:7 Mehrheit getragen wurde, die quer (!) durch alle Gemeinderatsfraktionen ging. Sie wüssten darüber hinaus, dass auch Ihr Fraktionskollege Robert Schmitt “für die Moral” abgestimmt hat. Im Hinblick auf Ihre fehlende Sachkenntnis und um mit Ihren Worten zu sprechen: “Eigentlich traurig.”

    So wünsche ich Ihnen und den Bürgern der Bischberger Großgemeinde, dass Sie nun in Ihrem Ehrenamt “über Ihren Tellerrand hinaus” blicken lernen und “sich ernsthafte Gedanken machen”! Vielen Dank,
    Das offene Ohr

  4. 4. Achim Hecht

    Leserbrief vom 4. März 2008 um 16:57

    Liebe(r) Leserbriefschreiber(in) “das offene Ohr”,

    man sollte nicht nur mit “offenem Ohr” durch die Welt gehen, sondern auch mit “offenem Visier” seine Überzeugungen vertreten: ich habe mich – ausnahmsweise – entschlossen, Ihren Leserbrief hier zu veröffentlichen, auch weil er mir sachlich durchaus angebracht erscheint.

    Zukünftig werden wir aber keine Zuschriften unter Pseudonym mehr hier veröffentlichen.

    Viele Grüsse, der Webmaster

  5. 5. Klaus Friedrich

    Leserbrief vom 12. März 2008 um 22:36

    Sehr geehrter Herr oder Frau “Offenes Ohr”!

    Zunächst vielen Dank für die Glückwünsche. Auch wenn ich ihrer Meinung nach noch lernen muß, über meinen Tellerrand hinaus zu blicken, so fehlt mir wenigstens nicht die Courage, meine Meinung offen und mit meinem Namen auszusprechen.

    Wenn sie meinen Leserbrief nochmal studieren, werden sie feststellen, daß ich mit keiner Zeile zum Ausdruck gebracht habe, daß die Entscheidung gegen die Spielothek nur von einer Fraktion getroffen wurde. In so fern waren mir die Fakten durchaus bewußt. Ich kann auch verstehen, daß solche Entscheidungen vom Gewissen eines jeden einzelnen Gemeinderats abhängen und das ist auch gut so.

    Allerdings wollte ich auch aufzeigen, daß manchmal relativ einfach erscheinende Entscheidungen auch andere, weiter reichende Folgen nach sich ziehen können. Ich bin auch in der Lage andere Meinungen (auch die meines Fraktionskollegen) zu akzeptieren. Allerdings werde ich mich davon auch nicht abhalten lassen, meine eigene Meinung zu vertreten. Dies bin ich meinen Wählern schuldig.

    Daß ich gerade die Bürgerinitiative als Beispiel herausgegriffen habe liegt daran, daß ich zufällig, kurz vorher, die äußerst scharf formulierten Artikel auf deren Website gegen meinen Fraktionskollegen gelesen habe und mit Verwunderung feststellen mußte, daß diese angeblich “unkorrekte Ehrung” dort unglaublich hoch gespielt wurde, wogegen sich niemand für ein wichtiges Thema, wie die Schließung des Baumarktes interessierte.

    Ich gebe zu, daß mein Beitrag emotional zu überzogen war. Hier muß ich tatsächlich noch lernen “Gleiches nicht mit Gleichem” zu beantworten, sondern sachlicher und professioneller zu werden. In so weit Vielen Dank für ihre Anregungen.

    Viele Grüße
    Klaus Friedrich

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